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Aktuelle Therapie von Morbus Crohn & Colitis ulcerosa

Die Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wird ständig verbessert. Dr. Carsten Schmidt von der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Jena stellt im Rahmen des Arzt-Patienten-Seminars "Morbus Crohn / Colitis ulcerosa 2010" (25. September 2010 / Sozialstiftung Bamberg) zunächst die aktuell gültigen Therapieleitlinien vor. Anschließend gibt er einen umfassenden Überblick über interessante Therapieansätze, die sich zur Zeit in Diskussion befinden. Zum Abschluß werden Aspekte zu Studien im Allgemeinen und zur Teilnahme von Patienten an klinischen Studien im Besonderen beleuchtet.

 

Abstract

Die Verläufe von CED bei Patienten sind sehr unterschiedlich. Etwa die Hälfte der Patienten einen einmaligen Krankheitsschub und sind später beschwerdefrei. Bei der anderen Hälfte der Patienten wird dauerhaft eine wechselnde Aktivität beobachtet, entweder in Form von Krankheitsschüben mit Phasen der Beschwerdefreiheit oder aber ohne freie Intervalle abläuft. In einem kleinen Prozentsatz mündet ein zunächst schwacher Verlauf in eine starke Krankheitsaktivität.

 

Die aktuelle medikamentöse Therapie hängt stark vom Befallsmuster ab und ist nach einem Stufenmodell aufgebaut. An der Basis finden sich Mittel mit relativ schwacher Wirksamkeit (z.B. Mesalazin), mit jedoch auch überschaubarem Risiko von UAW. Die nächste Stufe wären Cortisonpräparate, gefolgt von immunsupressiv wirksamen Medikamenten (Azathioprin/6-MP, MTX, Cycloporin A) und Antikörper-Präparate (Infliximab, Adalimumab).

 

Schlaglicht-Informationen

Die Krankheitsverläufe bei CED sind sehr unterschiedlich. Etwa die Hälfte der Patienten erleidet einmalig einen Krankheitsausbruch und ist später dauerhaft beschwerdefrei. Die andere Hälfte hat entweder einen wechselnden Verlauf ohne freie Interwalle oder Krankheitsschübe mit beschwerdefreien Intervallen. Nur bei einem sehr kleinen Prozentsatz exazerbiert die CED nach anfangs schwacher Aktivität.

 

Von allen Patienten mit CED benötigt lediglich ein Drittel eine Steroidtherapie, von denen wiederum nach einem Jahr nur noch 30% beschwerdefrei sind.

 

Eine (Eigen-)Therapie mit Weihrauchpräparaten (z.B. H15) birgt nach aktuellem Wissensstand zwar keine UAW-Risiko, hat aber auch auf den Krankheitsverlauf keinen positiven Effekt.

 

Ebenfalls wirkungslos ist die Zellapherese (Blutwäschetherapie) auf den Krankheitsverlauf.

 

Rauchen verdoppelt das Risiko eines erneuten Krankheitsschubes. Patienten, die das Rauchen aufgeben, erreichen sehr rasch das Risikoprofil von Nichtrauchern.

 

Studien- & Quellennachweis


Dr. med Carsten Schmidt Dr. med Carsten Schmidt
Universitätsklinikum Jena
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